29 Apr

Alkoholmythen: Wahr oder frei erfunden?

Frischluft und Kaffee gegen den Kater, ausreichend Schlaf für schnelleren Alkoholabbau – was ist dran an diesen Mythen?

Weingläser Essen

Hausmittel zur Beschleunigung des Alkoholabbaus – sinnvoll oder nicht?

Wenn der Frühling vor der Tür steht und die Temperaturen wieder lauer werden, häufen sich die Einladungen zu gemeinsam verbrachten Abenden in Gastgärten oder zu Grillfesten. Gerade zu diesen Anlässen trinkt man gerne das eine oder andere Glas Wein oder Bier. Schnell erwischt man in der geselligen Atmosphäre allerdings zu viel. Dann schwören viele auf sogenannte „Hausmittel“, die den Alkoholabbau fördern und den Kopf wieder frei machen sollen. Doch was ist dran an den bekannten Alkoholmythen und was hilft wirklich? Wir haben vier der gängigsten Mythen genau unter die Lupe genommen.

Mythos 1: Koffein macht nüchtern

Noch immer sind viele davon überzeugt, koffeinhaltige Getränke wie Kaffee oder Energydrinks würden den Alkoholabbau beschleunigen und so schneller wieder nüchtern machen. Allerdings kann die Abbaurate des Körpers nicht beeinflusst werden, pro Stunde baut der Körper maximal zwischen 0,1 bis 0,15 Promille Alkohol ab. Diesen Umstand vermögen weder Kaffee noch Energydrinks zu ändern – zwar fühlt man sich nach dem Konsum kurzzeitig wacher, nüchtern ist man aber nicht.

Mythos 2: Durch fettiges Essen wird man trinkfester

Ist ein gewisser Alkoholspiegel erreicht, kann auch fettiges oder kohlenhydratreiches Essen nicht helfen, ihn auf 0,0 Promille zu senken. Die stündliche Abbaurate beträgt immer gleich viel, unabhängig davon, welches Essen die Person zuvor zu sich genommen hat. Durch den Konsum von fettigem oder kohlenhydratreichem Essen gelangt der Alkohol langsamer ins Blut. Dadurch wird man jedoch nicht weniger betrunken, sondern nur weniger schnell!

Mythos 3: Alkohol kann man ausschwitzen

Nur 5 Prozent des Alkoholabbaus passiert über die Haut, den Rest übernimmt die Leber. Daher trägt sportliche Betätigung nur minimal zur Verringerung der Alkoholmenge im Körper bei. Übrigens hat Wassertrinken auch keinen Einfluss auf die Leber. Bewegung und das Trinken von Wasser sind am Tag nach dem übermäßigen Alkoholkonsum dennoch empfehlenswert – beides aktiviert den müden Körper, was das Allgemeinbefinden erheblich verbessert!

Mythos 4: Schlaf beschleunigt den Alkoholabbau

Ausgiebiger Schlaf wirkt sich zwar positiv auf den müden Körper aus, nüchtern macht er jedoch nicht. Denn egal, ob sich eine Person im schlafenden oder im aktiven Zustand befindet, der Alkoholabbau pro Stunde wird davon nicht beeinflusst. Auch wenn man sich am nächsten Tag wieder fit und ausgeschlafen fühlt, besteht die Gefahr einer Restalkoholisierung und dadurch einer Leistungsbeeinträchtigung. Darum sollte auch am Tag nach übermäßigem Alkoholgenuss das Auto stehengelassen und auf das Taxi oder öffentliche Verkehrsmittel umgestiegen werden.

Konsequenzen von übermäßigem Alkoholkonsum

Entgegen der weitläufigen Meinung bringt der Konsum von Alkohol nicht immer nur Spaß, sondern er birgt auch zahlreiche Risiken. Vor allem dann, wenn unter dem Einfluss von Alkohol am Straßenverkehr teilgenommen wird. Fakt ist, dass Alkohol und Autofahren stets strikt getrennt werden sollten, um Unfälle mit schwerwiegenden Folgen und auch mögliche Strafen, wie z. B. Führerscheinentzug und die Teilnahme an begleitenden oder verkehrspsychologischen Maßnahmen, zu vermeiden. Zu den begleitenden Maßnahmen, die nach einem Delikt behördlich verordnet werden, zählen das Verkehrscoaching oder die Nachschulung. Als verkehrspsychologische Maßnahme ist beispielsweise die verkehrspsychologische Untersuchung zu absolvieren. Termine, Kosten und weitere Informationen dazu erhalten Sie auf der Website www.führerscheinweg.at.

Eine Beeinträchtigung durch Alkohol ist jedoch nicht nur bei der Teilnahme am Straßenverkehr gefährlich, sondern kann auch schwerwiegende Auswirkungen auf die Gesundheit haben. Unter https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/sucht/alkoholismus/ erfahren Sie, welche Erkrankungen bei exzessivem und regelmäßigem Alkoholkonsum begünstigt werden und erhalten Informationen zu den therapeutischen Maßnahmen bei Alkoholabhängigkeit.

Trotz aller Risiken muss natürlich nicht gänzlich auf Alkohol verzichtet werden. Wichtig ist, dass der Konsum immer mit Maß und Ziel und mit Bedacht erfolgt. Gedanken über gesundheitliche Konsequenzen sowie über den sicheren Nachausweg nach einer Feier sind jedoch immer von Vorteil. Denn Alkoholmythen bleiben am Ende doch nur Mythen, auf deren Wahrheitsgehalt man sich nicht verlassen sollte.